FDP-Kreisverband Göttingen-Osterode

Pläne von Grünen und SPD bedrohen Innenstadt

Seit einiger Zeit planen die Grünen – und schließlich mit aufgesprungen auch die SPD – eine autofreie Innenstadt. Was im ersten Moment klimafreundlich und zukunftsweisend klingt, entpuppt sich schnell als Bedrohung für den Fortbestand des Einzelhandels in der Göttinger Innenstadt. Die Annahme, dass rund 5.500 Parkplätze mehr als ausreichend seien und nur ein vernünftiges Parkleitsystem fehle, ist aus Sicht der FDP vollkommen realitätsfern.
„Die unsägliche Pollerdiskussion der vergangenen Monate zeigt, wie wenig Ahnung Grüne und SPD scheinbar von den Bedürfnissen und Abläufen des Göttinger Einzelhandels und dessen Kunden haben. Verhindern zu wollen, dass Waren auch nach 11 Uhr an die Geschäfte geliefert werden können, geht an der alltäglichen Praxis und den internen Abläufen, sowohl in den Läden, als auch bei den Lieferanten, vorbei. Darüber hinaus ist es nicht zumutbar, dass Kunden ihre hoffentlich vielen Einkäufe alle mit dem Bus oder Fahrrad nach Hause transportieren sollen. Das berücksichtigt weder Menschen mit Einschränkungen, als auch unzureichende Busverbindungen und unzumutbare Radwege“, kritisiert Patrick Thegeder, Vorsitzender des FDP-Stadtverbandes.
Die im Gespräch befindliche Idee der Lastenfahrräder erscheint auf den ersten Blick romantisch. Bis man feststellt, wie viel Platz diese Lastenfahrräder beanspruchen, sowohl im geparkten Zustand als auch auf der Straße. Sie sind sehr langsam und stellen mobile Verkehrshemmnisse dar, wenn sie auf einer normalen Straße unterwegs sind. Ein Überholen mit 1 Meter Sicherheitsabstand ist meistens nicht möglich, auch für die meisten Radwege sind sie zu breit um ein gefahrloses Passieren mit entgegenkommendem Verkehr zu ermöglichen.
Die Göttinger Innenstadt ist, wie so viele andere Innenstädte in Deutschland, in einer anspruchsvollen Wettbewerbssituation. Hohe Mieten für Ladenflächen in Triple-A-Lage und die gewachsene Konkurrenz durch Onlinehandel haben über die letzten Jahre bereits ihren Tribut gefordert. Durch den coronabedingten Lockdown wurde das Marktumfeld noch einmal anspruchsvoller. Hinzu kam, dass einige Ladenbesitzer in Hygienemaßnahmen investierten, dann aber trotzdem ihre Pforten schließen mussten. Der deutsche Handelsverband fürchtet, dass ohne entsprechende staatliche Hilfen und kommunale Konzepte, viele Einzelhändler in die Insolvenz getrieben werden.
„Es ist uns von der FDP absolut unbegreiflich, wie man in einer Zeit, in der der Einzelhandel, die Gastronomie und die Veranstaltungsbranche ums Überleben kämpfen, ernsthaft an den vor Corona gefassten Plänen festhalten kann und darüber spricht, den Albaniplatz nicht mehr als Parkplatz zu nutzen, die Parkraumbewirtschaftung auszuweiten und die Innenstadt mit Pollern abzusperren. Stattdessen benötigt die Innenstadt gerade jetzt jede Hilfe und Unterstützung, die sie kriegen kann, bevor es zu spät ist“, so Thegeder.
Wenn jetzt also die schon mehr als angespannte Situation dadurch verschärft wird, dass der Publikumsverkehr in der Innenstadt zurück geht, wird das nachhaltige Auswirkungen auf die Göttinger Innenstadt haben und wahrscheinlich in manchen Innenstadtbereichen zu einer weiteren Verödung führen. Daraus kann eine negative Gesamtsituation entstehen: Vereinzelte Leerstände in den Nebenstraßen führen zu weniger Publikumsverkehr, der Anteil der Gelegenheitsshopper geht zurück. Das kann zu weiteren Leerständen führen, die Mieten in solchen Straßen brechen ein, und die Innenstadt wird an Angebot, Attraktivität und Vielseitigkeit verlieren. Stattdessen werden Kunden weiter vermehrt im Internet einkaufen oder beispielsweise zum Kaufpark fahren, wo sie direkt vor der Tür und kostenlos parken können.
„Es ist schleierhaft, warum wieder einmal versucht wird mit Verboten und Einschränkungen zu arbeiten, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen, anstatt mit attraktiven Alternativen. Dazu gehört auch eine bessere Anbindung der Innenstadt durch den ÖPNV. Aus Randbereichen Göttingens in die Innenstadt zu gelangen, ist teilweise durch das fehlende Angebot eine Zumutung – sowohl für potentielle Kunden, als auch die Mitarbeiter“, so Thegeder weiter.
Die FDP wünscht sich ein modernes Parkleitsystem, gerne App-basiert, um die wenigen Parkplätze optimal auszunutzen und unsere Innenstadt so zugänglicher und attraktiver zu gestalten.